Hallo,
Ich war vor einem Monat in der Klinik durchgecheckt worden, da ich auf der rechten Seite (vermehrt im Arm) Kribbeln und Empfindungsstörungen hatte und ein paar Tage Schwindel. Mein Blutdruck war auch erhöht. Migräne liegt bei mir nicht vor.
Mein Blutbild ist völlig ok. CT auch. Im MRT zeigten multiple gliotische Herdläsionen innerhalb des subkortikalen Marklagers supratentoriell, mit teils auch periventrikulärem Bezug ohne Nachweis einer Schrankenstörung.
Daraufhin bekam ich eine Lumbalpunktion, die eine Zellerhöhung von 5 und Erythrozyten bei 28 ergab, sonst war alles negativ, auch die oligoklonalen Banden.
In der Klinik sagte man mir, dass das Verteilmuster etwas untypisch für MS wäre. Heute habe ich aber erfahren, dass aufgrund der Läsionen trotz des negativen Liquors nun doch MS angenommen wird und ich Medikamente bekommen soll und in 6 Monaten nochmal ins MRT und nochmal eine LP erhalten soll.
Meine Frage: Kann dies wirklich so sein oder wird auf Nummer sicher gegangen? Wg der ersten Aussage hatte ich mich schon gefreut, als der Liquorbefund negativ war.
Vielen Dank und freundliche Grüße
Deine Frage beantwortet
Dr. med. Detlev Schneider Neurologe|28. Juni 2024
Sehr geehrte/r CC,
nun, eine Ursache muss es ja geben, warum im MRT diese Veränderungen zu sehen sind. Wenn andere Erkrankungen durch die Diagnostik ausgeschlossen werden konnte, so ist es wahrscheinlich, wenn auch nicht gesichert, dass eine MS angenommen wird. Der Liquor ist nach den aktuellen Kriterien nicht zwingend nötig für die Diagnose der MS. Wir empfehlen heute selbst beim klinisch isolierten Syndrom (KIS), einem Vorstadium der MS, eine Behandlung zu beginnen. Sie müssen sich fragen, ob Sie das Risiko ohne eine Behandlung eingehen wollen, akut eine Sehstörung oder eine Rückenmarksentzündung zu bekommen, wenn bei Ihnen eine aktive Erkrankung vorliegt.
Mit freundlichen Grüßen
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