Was denn nun?
Sehr geehrte Experten,
Bin zur Zeit im Krankenhaus zwecks 2. Zyklus Lemtrada.
Ich wurde heute gefragt, ob seit der letzten Gabe ein neuer Schub o.ä. war.
Ich sagte, dass meine einseitige Taubheit(und damit Missempfindung beim Berühren, Temperatur etc.) mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt ist (habe ich seit April letztes Jahr; also auch schon bei der 1.Gabe); ich mich aber in letzter Zeit körperlich komplett fertig und total am Ende fühle und das das letzte MRT (im Dezember = das Kontroll-Mrt nach der 1.Gabe) viele neue, teilweise kontrastmittelaufnehmende Läsionen zeigte.
Da wurde ich regelrecht angeschnauzt, dass das MRT nicht zeigt, ob das ein Schub war oder nicht.
Ich dachte immer, wenn das MRT neue Läsionen zeigt, dann ist das was Neues und war ein Schub (unabhängig, ob ich etwas gemerkt habe oder nicht...)
Können Sie mir helfen???
Vielen Dank.
Auf das Medikament brauchen Sie nicht eingehen, habe es nur zur Einordnung meines Falls mit geschrieben.
Deine Frage beantwortet
Sehr geehrter Fabi,
nun, meines Erachtens wurden Sie zu Unrecht "angeschnautzt". Die MS verläuft in Schüben. Einige davon werden klinisch nicht bemerkt, da die MS-Herde in Regionen des ZNS stattfinden, die klinisch zu keinen direkt feststellbaren Ausfällen führen. Nicht alle Regionen im Gehirn sind für die Motorik oder Sensibilität verantwortlich. Eine aktive MS erkennt man klinisch in Form von Schüben und anhand von neuen oder KM-aufnehmenden MS-Läsionen im MRT. Daher wird auch nach Beginn einer Behandlung deren Wirksamkeit anhand der Befragung nach klinischen Schüben und auch anhand einer MRT-Kontrolle überprüft. Man spricht aber bei einem klinisch stummen aber aktiven MS-Herd im MRT (z.B. mit KM-Aufnahme) nicht von einem Schub sondern deskriptiv von einem aktiven MS-Herd. Demnach hat der Arzt rein formell nicht ganz unrecht. Ein Schub ist der klinische Befund = ein akutes neurologisches Defizit, welches mindestens 24 h anhält. Ob nun die Veränderungen derart ausgeprägt sind, dass eine Änderung/Umstellung der Behandlung notwendig ist, muss der Arzt selbst anhand zahlreicher anderer Parameter entscheiden.
Mit freundlichen Grüßen
Die Beiträge werden unverändert übernommen. Es erfolgt keine Prüfung oder Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik oder darin getätigter Aussagen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser Beiträge übernimmt die Merck Healthcare Germany GmbH keine Verantwortung.