PatientIn „Anna“ | 06. Apr. 2021

Sehr geehrte Experten, Ich habe seit 11 Jahren MS und wurde in den letzten beiden Jahren mit Alemtuzumab behandelt.

Auf der rechten Seite habe ich eine zunehmende Taubheit. Heißt ich nehme Kälte und Wärme und Berührung wahr, aber nicht so intensiv wie auf der linken Seite. Dadurch habe ich Einschränkungen beim Gehen und Greifen.

Heute war ich zum SEP der Beine. Das Pochen und Zucken im rechten Bein Gabe ich auch wahrgenommen, es war links allerdings stärker.
Die MTA zeigte mir, dass die Kurve für die rechte Seite zwar etwas flacher ist, aber sie meinte das beide Seiten gut aussehen.

Wie kann das sein, wenn ich rechts eine verminderte Wahrnehmung habe?
Ich bilde mir das doch nicht ein!
(Ich habe Angst als Simulant oder Hypochonder abgestempelt zu werden.)

Vielen Dank!

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|06. Apr. 2021

Sehr geehrte Anna,

nun, der Befund ist ohne die Messwerte zu kennen und ohne die Kuven zu sehen schwierig. Sind die SEP zu rechten Seite Amplitudenreduziert, so deutet dies auf eine Störung der Bahnen zum rechten Arm und/oder Bein hin. Die Werte sind allerdings erst signifikant (d.h. pathologisch verwertbar), wenn die Differenz mehr als 50 % ist. Liegt ein MS-Schub allerdings einige Zeit schon zurück, so erholen sich oft die Amplituden (auch wenn sensible Störungen bestehen) und es verbleiben verlängerte Latenzen (d.h. die Zeit vom Reizpunkt bis zum Ableitepunkt verlängert sich im Seitenvergleich). Die Messungen sind sehr empfindlich und können je nach Ableitetechnik mal besser und mal schlechter ausfallen. Liegen nur leichte sensible Störungen vor, so können die intakten Fasern ein fast normales SEP darstellen lassen. Demnach ist das kein Widerspruch, dass Sie eine Empfindungsstörung merken, aber die SEP noch normal sind.

Mit freundlichen Grüßen

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