PatientIn „Patientin39“ | 05. Juli 2020

Sehr geehrtes Expertenteam,
ich bin vergangene Woche nachts gestürzt, weil ich kein Gefühl im linken Bein hatte. Fühlte sich komplett taub an. Am nächsten Tag immer noch leichte Taubheitsgefühle, mal im Zeh, mal im Bein. Schweregefühl in der linken Wade. Nachts teilweise "eingeschlafene" Arme.
MRT vom Schädel: minimale weiße Flecken an unspezifischen Positionen
MRT BWS und HWS: absolut unauffällig
Schweregefühl im Bein geblieben, teilweise taubes Gefühl in den Zehen, fühlt sich aber eher nach Venenproblem an. Neurologe will trotzdem, dass ich Lumbalpunktion vornehmen lasse.
Ist dieser invasive Eingriff wirklich nötig? Wenn ja, warum?Leider hat der Neurologe nur gesagt, man könne "mal gucken", woher die Ausfallerscheinungen kommen. Er hat nicht gesagt, wonach er sucht oder ob es einen Verdacht gibt usw.Könnte man denn eine MS über die Punktion diagnostizieren, obwohl die bildgebenden Verfahren unauffällig sind?

Ich möchte keine invasive Untersuchung machen, wenn es nicht wirklich notwendig ist, zumal die Punktion ambulant und ohne Betäubung gemacht werden soll.

Kann man nicht erstmal andere Ärzte (Orthopäde, Phlebologe) aufsuchen und ggf., falls die Symptome weiterhin auftreten und alles andere ausgeschlossen ist, zu einem späteren Zeitpunkt die Punktion machen?

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Deine Frage beantwortet

Carsten Sievers
Neurologe|06. Juli 2020

Hallo Patientin39,

falls der Neurologe einen objektivierbaren körperlichen Befund erhoben hat und die unspezifischen MRT-Veränderungen nicht altersbedingt erklärt werden können ist eine Liquoruntersuchung der folgerichtige Schritt. Dabei geht es um eine Reihe von Differentialdiagnosen, nicht ausschließlich MS.

EIne Ursache durch die Venen erscheint mir ausgeschlossen, ein orthopädisches Problem bei unauffälliger Wirbelsäulen-MRT ebenso. 

DIe Punktion kann ohne lokale Betäubung durchgeführt werden, da sie in der Regel nur gering schmerzhaft ist, ich hatte einzelne Patienten, die sie nicht einmal spüren konnten.

MfG

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