PatientIn „Christina“ | 02. Nov. 2022

Guten Tag,

Ich habe mit wechselnden Parisäten und Myalgien, wahrscheinlich aufgrund von Zeckenstich = Borreliose zu kämpfen. Auch bin ich Migräne-Patientin. Nun wurde differentialdiagnostisch ein MRT vom Schädel ohne Kontrastmittel durchgeführt. Es wurden zahlreiche unspezifische Marklagergliosen festgestellt. Wäre das ein Hinweis auf MS?

Danke für die schnelle Antwort!

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Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|09. Dez. 2022

Sehr geehrte Christiana,

nun, wären die Marklagerläsionen typisch für eine MS, dann würde dies im MRT-Befund genau so stehen. Wurde die Diagnose einer Neurborreliose überhaupt bei Ihnen sicher diagnostiziert ? Das ist nämlich nicht ganz einfach und eine Liquorpunktion dazu nötig. Laboruntersuchungen des Blutes reichen dazu nicht aus. Sie müssen fachärztlich gut und differenziert untersucht werden, um Ihre Symptome genau zuordnen zu können. Es gibt sehr viele Differentialdiagnosen zu Marklagerläsionen.

Mit freundlichen Grüßen

PatientIn „Christina“ | 04. Nov. 2022

Guten Tag,

Ich habe die Zecke gesehen und es hat sich daraufhin ein „blauer Fleck“ entwickelt. Antibiotikaeinnahme erfolgte aber erst nach 1,5 Monaten leider.

Bei mir wurde zunächst eine Neuroborreliose durch Lumbalpunktion ausgeschlossen und auch eine sehr umfangreiche Seriologie durchgeführt. Wobei das Kribbeln und die Nervenschmerzen auch aufgrund einer frühen Neuroborreliose auftreten können oder was denken Sie?

Auch habe ich wechselseitig Gelenk- und Muskelschmerzen, sodass meine Ärzte die Borreliose als sehr wahrscheinlich ansehen.

Dennoch bin ich sehr verunsichert und beobachte mich ständig, ob neue Symptome hinzukommen oder gehen, trotz der i. V. Gabe von Antibiotika (derzeit anhaltende Wadenschmerzen).

Stimmt es, dass sich diese Symptome erst sehr langsam zurückentwickeln?

Danke für Ihre schnelle Antwort. Ich werde dieses Forum nach Beantwortung meiner Fragen nicht mehr weiter nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|09. Dez. 2022

Sehr geehrte Christina,

sorry, aber ich habe Ihre Anfrage jetzt erst gesehen.
Ein blauber Fleck ist nicht typisch für eine Infektion mit Borrelien. Was man an der Haut bei einer Infektion sieht ist ein Erythema migrans = ein roter Felck, der im zentrum weiß ist (wie ein roter Ring). Wenn eine Liquoruntersuchung im Verlauf unauffällig ist, ist eine Neuroborreliose nahezu ausgeschlossen. Aufgrund von wechselseitig Gelenk- und Muskelschmerzen die Diagnose Neuroborreliose zu stellen, ist nicht richtig und auch nicht wahrscheinlich. Eine Neuroborrelliose ist eine sehr selten chronische Form einer Nervenentzündung. Da bereits bei Ihnen primär in Frage zu stellen ist, ob eine Infektion mit diesen Erregern vorlag, würde ich auch alles weitere in Frage stellen.

Mit freundlichen Grüßen

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