PatientIn „Johannes“ | 16. Okt. 2023

Seit etwa sechs Wochen habe ich kribbeln in einem Bein.
Noch schlimmer jedoch ist, das vor fünf Wochen auf dem linken Auge ein Fleck entstanden ist, in dem ich nichts sehen kann -
ich kann darin auf dem Monitor den Mauszeiger verschwinden lassen, und es zeigt sich immer wieder bei Helligkeits oder Farbwechsel als farbiger Punkt im Gesichtsfeld.

Der Augenarzt konnte nichts am Auge finden. Die Sehschärfe ist nicht beeinträchtigt, auch hab ich keine Schmerzen am Auge.

Es hat sich seitdem nichts verbessert. Es wurde ein MRT des Schädels ohne Befund gemacht.

Kann es eine MS sein? Ich habe grosse Angst dass das jetzt so bleibt.
Wie lange würde es brauchen bis sowas wieder besser wird?

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Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|18. Okt. 2023

Sehr geehrter Johannes,

nun, bevor man beurteilen kann, wie lange diese Störung im Gesichtsfeld verbleiben wird, muss man erst einmal wissen, was die Ursache ist. Interessant zu erfahren wäre eine VEP-Untersuchung, ob man eine Leitungsverzögerung an dem Auge feststellen kann. Ergänzend wäre auch eine OCT-Untersuchung sinnvoll. Zunächst einmal ist es gut zu wissen, dass im MRT keine Entzündungsherde zu sehen sind. Dies macht eine MS sehr unwahrscheinlich. Da Sie doch eine sehr umschriebene Visusstörung schildern, ist eine MS und einer andere zentrale bedingte Erkrankung (eine Erkrankung im Verlauf der Sehbahn) eher unwahrscheinlich. Ich würde annehmen, dass es sich um ein Problem an der Netzhaut handelt.

Mit freundlichen Grüßen

PatientIn „Johannes“ | 17. Okt. 2023

Der Augenarzt hat OCTs mit folgenden Befunden durchgeführt:

OCT-Makula: (regelrecht)
OCT-Papille:(nervenfaserschichtdicke innerhalb normaler Grenzen)

Die Neurologin hat lediglich ein MRT des Kopfes veranlasst.
Auf das sie sich stützt. Ein VEP wollte sie nicht machen - was ich irgendwie nicht verstehen kann.

Sollte ich hier nochmal eins einfordern?
Wie Zeitkritisch wäre das denn? Ich kriege leider erst in vier Wochen wieder einen Termin - sollte ich da irgendwie vehementer einen Termin einfordern?
Oder ist das ganze nach so vielen Wochen jetzt ohnehin nicht mehr zu beeinflussen?

Danke ihnen

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Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|18. Okt. 2023

Sehr geehrter Johannes,

da die Sehstörungen schon über 5 Wochen bestehen, ist hier die Phase einer Behandlungsoption nicht mehr gegeben, so dass kein zeitkritischer Befund vorliegt. Aber es wäre in meinen Augen wichtig zu wissen, was die mögliche Ursache ist. Das MRT ersetzt nicht die VEP - Untersuchung. Eine Läsion im Sehnerven oder gar in der Netzhaut ist durch ein MRT nur bedingt bis nicht zu sehen. Nur mit einem sehr hoch auflösendem MRT und mit KM-Gabe wäre ggf. eine Läsion zu erkennen. Da Sie aber unter einem sehr kleinen Ausfall leiden glaube ich nicht, das man dies im MRT erkennen kann. Daher sind die VEP als Ergänzung sinnvoll.

Mit freundlichen Grüßen

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