PatientIn „Niki“ | 05. Juli 2023

Hallo Herr Dr Schneider , ich hatte vor etwa einem Jahr eine Myelitis. MS noch nicht bestätigt, da Grenzbefund.

Nun habe ich ein halbes Jahr später mit Schwindel zu kämpfen, kann dies daher zeitversetzt auftreten?

Kopf und HWS jetzt nochmals angesehen, jedoch ohne Befund.

Es fühlt sich wie benommen an und ich kann es zum Beispiel, wenn ich Zähneputze undvden Kopf hin und her bewege auslösen.

Wenn ich gehe ist alles wie Watte. Eben wie benommen.

Liebe Grüße

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Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|06. Juli 2023

Sehr geehrte Niki,

Schwindel ist ein sehr häufiges Symptom mit vielen unterschiedlichen Ursachen. Meist sind es sog. peripher vestibuläre Störungen (z. B. Lagerungsschwindel, Neuronitis vestibularis). Prüfen müsste man, was bei Ihnen genau Schwindel bedeutet. Wir unterscheiden einen Dreh- von einem Schwankschwindel. Viele Patienten beschreiben allerdings auch eine Unsicherheit beim Gehen als Schwindel, obwohl eigentlich eine Ataxie (Störung der Koordination) besteht. Es gibt auch eine sog. afferente Gangstörung, die eine Gehunsicherheit infolge von sensiblen Störungen an den Beinen auftreten. Das beobachtet man bei einer Polyneuropathie aber auch bei einer Rückenmarksläsion. Wie Sie sehen alles sehr komplex und allein anhand von Schilderungen Ihrerseits nicht einfach voreinander zu trennen. Eine neurologische Untersuchung sollte allerdings weiter helfen. Nach einer Myelitis kann es gut sein, das Defizite auch etwas zeitversetzt auftreten. Da die MS eine sich dynamische verändernde Erkrankung ist, muss die/der Facharzt prüfen, ob eine ergänzende MRT-Untersuchung vom Kopf nochmal erfolgen muss.

Mit freundlichen Grüßen

PatientIn „Niki“ | 06. Juli 2023

Vielen vielen Dank für die Hilfe.
Bzgl. Gangstörung, müsste man diese dann merken? Laufen kann ich eigentlich ohne Probleme und alle Tests wie Roomberg ohne Probleme.
Der Schwindel tritt übrigens eher in Attacken auf und ist mal stärker mal schwächer.

Liebe Grüße

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Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|06. Juli 2023

Sehr geehrte Niki,

da Sie keine Gangstörung schildern und nur in Attacken auftretenden Schwindel berichten, ist ein MS-Herd im Kleinhirn- oder Hirnstammbereich sehr unwahrscheinlich. Läge ein MS-Herd zugrunde, so würde dieser andauernde Beschwerden machen. Eine HNO- und ggf. auch eine neurologische Untersuchung wären sinnvoll. Wie schon gesagt sind peripher vestibuläre Störungen sehr häufig und in der Regel lassen sich diese gut behandeln. bzw. bilden sich nach einer gewissen Zeit von selbst zurück. Regelmäßige Schwindelübungen und Lagerungsübungen sind in jedem Fall sinnvoll.

Mit freundlichen Grüßen

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