PatientIn „Karlsruher“ | 27. Jan. 2022

Sehr geehrtes Expertenteam,

mich beschäftigt folgende Frage.

Wenn bei einer Querschnittsmyelitis (zentrale Lage) im Akutzustand innert eines Jahres zwei mal og OKB ohne MRZ-REAKTION, ohne erhöhten Igg Index bei erhöhtem Eiweiss und aktiviertem Zellbild detektiert wird, in welche Richtung das deutet?

Sind OKB Typ 4 ein KO-Kriterium für eine MS-Diagnose?

Oder spricht so etwas eher für zb eine entzündlich rheumatische Erkrankung?

Ich frage wegen des Pingpongs zwischen Neurologen und Rheumatologen, in welchem ich mich befinde.

Ich hatte die Diagnose CIS bei MS erhalten, mein Neurologe sagt Kollagenose, dwr Rheumatologe mauert aber trotz ANA 1:320 und anderer AK.

Bin männlich und 40 Jahre.

Vielen Dank

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Deine Frage beantwortet

Carsten Sievers
Neurologe|27. Jan. 2022

Hallo Karlsruher,

ein erhöhtes Liquoreiweiß deutet auf eine gestörte Funktion der Blut-Hirnschranke, dies kann viele, sehr verschiedene Ursachen haben. Ein aktiviertes Zellbild weist auf eine zelluläre Reaktion als Maßnahme der weißen Blutzellen auf verschiedene Krankheiten. Beide Befunde sind also unspezifisch.

OKB Typ 4 sind zu 99% ein KO-Kriterium für eine MS, Ausnahme ist ein massive Störung der Blut-Hirnschranke durch MS. Dies kommt aber nur bei einem fulminanten Schub mit sehr großen oder gleichzeitig sehr vielen Entzündungsherden vor, also praktisch extrem selten. Dabei kommt es immer zu massiven Beschwerden.

Es spricht für eine systemische Krankheit und kann auch bei Krankheiten des rheumatischen Formenkreises auftreten.

Klingt nach einem Bedarf für eine qualifizierte rheumatologische Zweitmeinung. Neuroimmunologisch hat u.a. die Universitätsneurologie Würzburg  ein besondere Expertise.

MfG

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