PatientIn „Jenny“ | 14. März 2021

Hallo,

Ich bin es noch einmal. Ich habe mich vor einigen Wochen bereits gemeldet. Es ging um eine fehlende MS Diagnose aber mit zahlreichen Symptomen, durch die ich große Angst vor einer MS habe. Das ganze geht nun schon ein Jahr und dazu gehörten Dinge wie kurzzeitiges Kribbeln für wenige Minuten, faszikulationen, ein fehlender analreflex, der inzwischen wieder geht, 250ml restharn, wobei am selben Tag noch wieder nur 2ml gemessen wurden, stuhlschmieren und Harninkontinenz, extrem starke konzentrations und Gedächtnisstörungen sowie ein elektrisierendes Gefühl im linken Arm bei bestimmten Bewegungen.

Nun kommt noch hinzu, dass mir aufgefallen ist, dass ich über Monate hinweg (das war zur selben Zeit, als die oben genannten Symptome auftraten), am Morgen nach einem Abend mit etwas Alkohol immer ein pelzig-taubes Gefühl in den Fingerspitzen hatte, dass dann nach einigen Stunden wieder weg war. Inzwischen besteht dieses Problem (sowie der Großteil der oben genannten Symptome) nicht mehr. Auch war ich zu der Zeit nicht in der Lage, die Stirn richtig zu runzeln (viel schwächer als sonst zumindest), was inzwischen wieder problemlos geht.

Ich möchte daher nochmals fragen, was Sie davon halten, weil es mir einfach so seltsam vorkommt, dass ich quasi „schubartig“ diese Menge an Symptomen habe und diese dann nach einigen Wochen wieder verschwinden. MRT wurde im Mai 2020 gemacht, da war alles in Ordnung, SEP und VEP jedoch beide auffällig, obwohl ich zu dem Zeitpunkt gar keine Beschwerden hatte, die in diese Richtung gingen. Seitdem gab es keine neurologischen Untersuchungen mehr.

Profilbild des Experten

Deine Frage beantwortet

Carsten Sievers
Neurologe|14. März 2021

Hallo Jenny,

auch taube Fingerspitzen über Stunden nach Alkoholgenuss sind nicht auf MS zurückzuführen. Soweit mir erinnerlich wurde der Analreflex neurologisch untersucht und normal befundet, SEP und VEP waren nicht eindeutig pathologisch. Da keine neuen Beschwerden aufgetreten sind macht auch eine erneute neurologische Untersuchung keinen Sinn. Da sie sich von ihren Befürchtungen nicht lösen können rate ich zu einer psychotherapeutischen Behandlung.

MfG

Die Beiträge werden unverändert übernommen. Es erfolgt keine Prüfung oder Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik oder darin getätigter Aussagen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser Beiträge übernimmt die Merck Healthcare Germany GmbH keine Verantwortung.