PatientIn „Anne“ | 01. Dez. 2022

Sehr geehrter Herr Dr. Schneider,

ich habe seit 10/22 die gesicherte Diagnose MS und weise ein wiederkehrendes Lhermitte Zeichen auf, kürzlich Missempfindungen in den Fingern welche mit Cortison behandelt wurden. Zudem wurde ein Karpaltunnelsyndrom in der linken Hand festgestellt.
Vor 2 Woche wurde mit der medikamentösen Therapie begonnen und 30 Stunden nach der ersten Injektion traten Myoklonien in meiner linken Hand, speziell Daumenballen auf die ca. 1 Woche anhielten und sich in der linken Hand nach etwa 24 Stunden nach der zweiten Injektion beruhigt haben. Nun gibt die linke Hand Ruhe und der rechte Zeigefinger weist nun diese Myoklonien auf. Laut meinem Neurologen wäre dies psychisch und keine Nebenwirkung des Medikaments oder eine Auswirkung der MS und man könne nichts machen. Die Zuckungen wurden nicht weiter untersucht. Karpaltunnel wäre fraglich, aber da die Zuckungen jetzt auch in der karpaltunnelsyndromfreien Hand auftreten klingt dies für mich weniger plausibel.

Nun natürlich die Frage ob diese Myoklonien doch ein MS Symptom/ Schub sein könnten oder im schlimmsten Fall erste Zeichen für eine beginnende ALS sind und wie man diese ruhig stellen könnte, da die psychische Belastung deutlich zunimmt.

MfG

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Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|03. Dez. 2022

Sehr geehrte Anne,

eine umschriebene Myoklonie hat nichts mit ALS zu tun. Diesbezüglich kann ich Sie auf jeden Fall beruhigen. Eine Injektionsbehandlung bei KTS ist nicht die Standardtherapie und oft von nicht gutem Erfolg, da sie an dem Problem der Enge im Karpalkanal nichts ändert. Ganz im Gegenteil besteht das Risiko, dass es zu einer Infektion oder Verletzung kommt. Warum jetzt bei Ihnen die Myoklonien / Faszikulationen bestehen, ist schwierig zu sagen. Eine HWS Veränderung (radikuläre Reizung) in Höhe C5/6 wäre auszuschließen. Myoklonien sind kein Symptom einer MS.

Mit freundlichen Grüßen

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