PatientIn „Lydi“ | 15. Nov. 2022

Hallo,
Ich bin weiblich und 26 Jahre alt, seit 4 Tagen leide ich unter Muskelzuckungen im linken Oberarm, kurz vorm Ellenbogen, vorallem wenn der Arm angewinkelt ist und morgens ist es am schlimmsten, die Zuckungen hören dann gar nicht auf. Wenn ich den Arm allerdings ausstrecke hört es auf. Eine Schwäche kann ich nicht feststellen, vielleicht eher eine gefühlte Schwäche aber keine klinische.
Mache mir nun große Sorgen, dass es sich um Als handeln könnte, da das Zucken so isoliert auftritt. Ich habe zwar seit ein paar Wochen auch vermehrt Zuckungen im Augenlid oder an anderen Stellen aber da nur vereinzelt und nicht so unaufhörlich wie am Arm jetzt.

Zudem habe ich seit einigen Wochen Schwindelattacken (Schwankschwindel) und Benommenheitsschwindel, bei den Attacken denke ich manchmal, dass ich jeden Moment ohnmächtig werde. Wie ein Schlag im Kopf.
Die Tests von der Neurologin waren allesamt in Ordnung, ENG zum Ausschluss vom Ulnarisrinnensyndrom war auch o.B. (ein Tag nach ENG fingen die Zuckungen an). Ein MRT der Hws habe ich gestern gehabt, auch soweit in Ordnung bis auf starke Steilstellung.
Vor genau einem Jahr hatte ich ein MRT vom Kopf wegen Schwindel, Kopfschmerzen und Taubheitsgefühlen rechtsseitig, das war auch absolut in Ordnung.
Empfiehlt es sich das Kopf MRT noch einmal zu wiederholen oder kann sich da in einem Jahr nicht viel tun?

Meine Fragen somit:
Hätte die Neurologin mit den Tests erkennen können, ob der Schwindel neurologisch bedingt ist? (Laufen auf einer Linie, Finger zur Nase, Reflexe, einer Kugel mit den Augen folgen etc.)
Ist es ratsam oder notwendig das MRT zu wiederholen oder ist es nach einem Jahr noch aussagekräftig?

Haben die isolierten Muskelzuckungen harmlose Ursachen wie das benigne Faszikulationssyndrom oder könnte doch Als dahinter stecken?

Vielen Dank für Ihre Zeit!

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|16. Nov. 2022

Sehr geehrte Lydi,

Ihre Symptome klingen weder nach einer MS noch nach einer ALS. In der Regel handelt es sich bei den Muskelzuckungen um harmlose, sog. benigne Fazikulationen. Weder eine MRT-Untersuchung noch eine andere Untersuchung ist notwendig. Läge ein neurologisches Defizit zugrunde, so hätte dies die Neurologin bei Ihrer Untersuchung sehen müssen. Oft liegt ursächlich hinter den Faszikulationen eine erhöhte innere Anspannung / Nervosität zugrunde.

Mit freundlichen Grüßen

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