PatientIn „Sam“ | 31. März 2023

Hallo,
Mein Leidensweg begab vor ca 3 Jahren. In nervösen Situationen began beim Lachen oft mein Gesicht unwillkürlich zu Zucken. Über die Zeit habe ich eine Soziale Phobie entwickelt, bin aber nicht davon überzeugt dass die Symptome alle psychischer Natur sind. Inzwischen ist es sehr extrem und oft unter Stress nochmals verstärkt, fühlt sich mein Gesicht geschwollen an und mich belastet eine Art Nervenschmerz/Krampf wenn ich versuche ein Lächeln aufzusetzen. Das alles wird nochmals schlimmer wenn ich aus der Dusche komme, meine Haut ist dann oft gerötet und fühlt sich trocken an und mit Wasserhärte oder falschen Shampoo hat es nichts zu tun. Wenn ich die Nase rümpfe erkannte ich das Zucken jederzeit hervorrufen. Ebenso wenn ich einer der Wangen hochziehe. Meine Warnehmung ist oft getrübt und manchmal fühle ich mich wie alkoholisiert, Ich habe oft ein Ameisenlaufen auf dem Kopf, Konzentration fällt schwer und hin oder wieder zuckt es am gesamten Körper. MRT war unauffällig, allerdings stellte mein Hausarzt die frühen Borreloise Antikörper fest, was allerdings merkwürdig ist, da alles ja bereits vor 3 Jahren began und mit und mit schlimmer wurde. inzwischen plagen mich Angstgefühle und ein normales ist nicht möglich, alles resultiert meiner Empfindung nach aber aus den physischen Erscheinungen. Ein weiterer Termin beim Neurologen steht aus, trotzdem wäre ich jetzt schon für jede Idee dankbar.

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|02. Apr. 2023

Sehr geehrter Sam,

für eine MS klingen Ihre Beschwerden nicht. Auch wenn offensichtlich nach Ihrer Schilderung eine psychische Beteiligung vorhanden ist, so stellt sich die Frage, ob darunter nicht ein Blepharospasmus oder Hemispasmus facialis vorliegen könnte. Dabei handelt es sich um ein unwillkürliches Zucken der Muskeln um die Augen herum, was gerade bei psychische Anspannung deutlich verstärkt sein kann. Im Fall des Blepharospasmus treten die Zuckungen bds. und im Fall des Hemispasmus facialis nur einseitig auf. Patienten entwickeln nicht selten Ängste und fühlen sich in Gesellschaft unwohl. Nach einer Abklärung kann man diesen Patienten sehr gut durch Injektion mit Botulinumtoxin helfen. Sprechen Sie Ihren Neurologen darauf einmal an.

Mit freundlichen Grüßen

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