MS trotz negativer Lumbalpunktion
Meine Tochter (29 Jahre) hat auf dem MRT mit Kontrastmittel entzündliche Stellen im Gehirn und am Rückenmark. Das hat starken Schwindel, Taubheit im Bein-Bauch geführt. Auch leidet sie an Gleichgewichtsstörungen. Die Lumbalpunktion war unauffällig. Sie bekam aber von der Klinik trotzdem die Diagnose MS. Kann das sein, trotz unauffälliger Lumbalpunktion? Ich bin da sehr skeptisch um ehrlich zu sein.... Bitte um Ihre Antwort. Vielen Dank
Deine Frage beantwortet
Sehr geehrte Diana,
der Liquor muss primäre nicht die typischen oligoklonalen Banden oder eine MRZ-Reaktion ausweisen. Oft kommt es aber im Verlauf dazu. Es muss auch nicht immer eine leichte Pleozytose bestehen (leichte Zellzahlerhöhung als Ausdruck einer akuten Entzündung). Daher ist nach den Diagnosekriterien der Liquor nicht Voraussetzung für die Diagnosestellung einer MS sondern dient mehr oder minder zum Ausschluss anderer Ursachen (kann aber auch als ein weiterer Baustein zur Diagnosestellung herangezogen werden). Wenn Sie sich unsicher sind, sollten Sie sich eine zweite Meinung einholen. Denn bei dieser Diagnose ist es sehr wichtig, davon überzeugt zu sein, dass alles richtig beurteilt wurde, damit konsequent auch eine Behandlung umgesetzt wird, bevor weitere Entzündungsherde auftreten, die nicht wieder zu beseitigen sind.
Mit freundlichen Grüßen
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