MS oder ADEM
Guten Tag,
vielen Dank schon einmal für Ihren Rat.
Ich wurde vor zwei Monaten mit einem generalisierten Krampfanfall in das Krankenhaus gebracht. Im KH war ich über mehrere Tage verwirrt, hatte Erinnerungslücken, war vergesslich und hatte vergessen, wie man bestimmte Worte schreibt oder dekliniert. Seit dem Aufenthalt nehme ich Levetiracetam 500 mg 1-0-1 und erhielt eine dreitägige Steriod-Stoßtherapie.
Im MRT zeigte sich eine temporo-parietale Läsion als T1-hypointens mit flauer randständiger Kontrastmittelanreicherung (open ring-Sign), tumor-like Lösion. Weitere T2-hyperintense Läsionen supra- und infratentoriell. Eine juktakortikale Läsion links occipital schrankengestört. Ein Herd auf Höhe Th1/2 im Wirbelsäulen-MRT.
Meine Liqourwerte waren wie folgt:
Oliklonale Banden (IEF) positiv, Serum negativ
IgG-Quotient: 3,38
Albumin-Quotient: 3,48
AK-Index: nur Varizella-Zoster (IgG) positiv - 3.06
Zellzahl: 10; vorwiegend Lymphozyten
Kein Hinweis auf bakterielle Infektion im Liqour, Multiplex PCR war negativ; Eiweiß und Glocose normal
Ich hatte zuvor keinerlei Symptome. 2014 und 2019 hatte ich kurzzeitiges Doppelsehen. Hier war das MRT und die Sehnervkontrolle negativ.
Im KH wurden noch die Evozierten Pot. und das EEG gemacht - beides unauffällig.
Mein Neurologe wollte nun sofort mit der Basistherapie beginnen, aber ich bin mir wirklich unsicher, ob es sich wirklich um eine MS oder um ein einmaliges Geschehen handelt. Mich irritiert, dass ich zuvor und auch jetzt keinerlei Symptome habe. Der epileptische Anfall wurde laut KH durch die eine große Läsion ausgelöst.
Ich war schon bei zwei Neurologen, die sich jedoch leider nur auf den Bericht vom KH bezogen haben und sich weder Labor noch MRT genau angeschaut haben.
Im Juli habe ich ein Kontroll-MRT vom Kopf.
Nun bin ich mehr als verunsichert und unschlüssig ob es sich um eine MS handelt. Ob ich noch einen weiteren Neurologen aufsuchen sollte oder mit der MS-Therapie starten soll.
Zur familiären Vorgeschichte: Mutter hat MS
Ich freue mich über Antwort, vielen Dank!
Viele Grüße
Jana
Deine Frage beantwortet
Hallo Jana.
da die MRT-Läsionen teilweise Kontrastmittel aufgenommen haben, teilweise aber nicht ist die Mehrzeitigkeit der Entstehung bewiesen, eine ADEM scheidet aus. Bei einer ADEM ist typisch, daß sehr viele Läsionen gleichzeitig auftreten ("weißes Gehirn") was bei ihnen nicht der Fall ist. Bei den genannten Befunden kann bei Ausschluss anderer Krankheiten die MS-Diagnose gestellt werden.
MfG
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