PatientIn „Martina“ | 02. Sept. 2020

Hallo,

ich lag vor 2 Monaten wegen einer ischämischen Kolitis im Krankenhaus. Um Vaskulitis auszuschließen, wurde da ein MRT (oder sogar 2, aber beide ohne KM) gemacht. Dies zeigte laut Bericht keine Vaskulitis, sondern nur Läsionen, die am ehesten ischämisch einzustufen sind.

Nun hat sich vor ca. 3 Wochen die Sehschärfe auf dem linken Auge rapide (also innerhalb von 3h ) verschlechtert. Die Tage darauf kamen dann noch Taubheitsgefühl im linken Bein (auch verbunden mit Schmerzen, ähnlich einem Muskelkater) und Kribbeln im linken Arm hinzu. Vor ca. einer Woche dann dolle Müdigkeit nach der Arbeit (15 Uhr)  obwohl ich ausreichend geschlafen habe. 2007 hatte ich ähnliche Aussetzer und wurde im Krankenhaus mit Cortison behandelt und da ich eine große Narbe im Kopf habe, hieß die Diagnose Narbenepilepsie. MS wurde damals ausgeschlossen.

Meine Neurologin hat mich nun heute (nach Anschauen der MRT Bilder und VEP) zur weiteren Diagnostik (Liquor) wieder ins Krankenhaus überwiesen. Wie wahrscheinlich ist es, dass es 2007 doch schon ein Schub war und der nicht erkannt wurde? Und hätte man das vor 2 Monaten bei der Auswertung des aktuellen Mrt`s nicht schon erkennen müssen, wenn es MS ist? Und noch eine Frage. Kann es sein, wenn es MS ist, dass die Epilepsie (Nehme da auch Medikamente ein) verkehrt diagnostiziert wurden ist? Danke

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Carsten Sievers
Neurologe|03. Sept. 2020

Hallo Martina,

eine Epilepsie läßt sich bei der Anamneseerhebung schon durch den zeitlichen Ablauf gut von einem MS-Schub abgrenzen, daher erscheint es mir unwahrscheinlich das das eine mit dem anderen verwechselt werden sollte. Bei einer Epilepsie sind EEG-Befunde relevant. MS-Läsionen im MRT sind meist typisch verteilt und typisch konfiguriert, das trifft allerdings nicht immer zu, manchmal können sie nicht zugeordnet werden. Daher wird eine MS-Diagnose aus einer Kombination festgelegter Befunde und Untersuchungen gestellt, u.a. auch einer Liquoruntersuchung.

MfG

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