MS - IIH
Guten Tag,
Anfang 2015, etwa vier Wochen nach meiner Gallenblasenentfernung, wurden bei mir zwei Entzündungsherde in der HWS gefunden. Der Verdacht MS war da. Innerhalb von zwei Jahren hat sich dann ein Herd im Kopf gezeigt und ich war mit MS diagnostiziert. Eine Lumbalpunktion wurde übrigens nie gemacht, da ich diese, aufgrund der möglichen Nebenwirkungen, immer ablehnte. 2018 hatte ich meine erste Sehnerventzündung mit einer Verschlechterung meiner Sehkraft auf insgesamt 70 Prozent. Ein Jahr später, unter weiteren Kinderwunschbehandlungen, hat es sich so angefühlt als hätte sich meine Sehkraft ein wenig mehr verschlechtert. Niemals konnte jedoch eine Sehnerventzündung im MRT gezeigt werden. Dafür hatte ich ein OCT (sieht lt. Arzt so aus wie bei einer Sehnerventzündung oder einem Infarkt im Auge) beim Augenarzt und bin damals auch sofort zu entsprechenden Untersuchungen zum Augenarzt. Er sagt, dass es wohl so aussähe, als hätte ich eine Sehnerventzündung gehabt. Der Rest meiner Augen war in Ordnung und unauffällig, außer dem blassen Sehnerven.
Ich leide stark am Uhthoff-Phänomen. Das bedeutet, dass im Sommer meine Sehkraft etwa 30 Prozent schlechter als im Winter ist. Dasselbe gilt für die Sehkraft bei körperlichen Anstrengung oder Stress.
Aufgrund des Kinderwunschs habe ich in 2020 17 Kilogramm Gewicht verloren (bin übergewichtig). Leider hat sich aufgrund meiner wohl stark kalorienreduzierten Diät eine Migräne gezeigt. Diese hatte ich einmal so stark, dass ich über zehn Tage täglich Migräne-Auren hatte. Lt. Augenarzt nichts Auffälliges gefunden. Dabei hatte ich sogar nach den Auren für einige Zeit verschwommene Sicht, Kontrastprobleme und war sehr Lichtempfindlich. Das ist jedoch komplett zurück gegangen. Ich habe dann meine Kalorienzufuhr wieder erhöht und seit dem keine weitere Aura gehabt. Ein MRT gab es auch, in dem zwei Herde im Kopf zu sehen waren. Ich denke jedoch nicht, dass sie für die Auren verantwortlich waren (lt. Bericht im Balkenstrahlen 4 mm und rechts temporal subkortikal 6 mm).
Seit 2021 bin ich wieder in Kinderwunschbehandlung. Ich hatte eine IVF und daraus zwei Versuche schwanger zu werden. Ich bin Ende 2021 schwanger geworden hatte jedoch eine Ureaplasmeninfektion und folglich eine Fehlgeburt. Ich bin mit Doxycyclin behandelt worden und musste nach drei Tabletten wegen Unverträglichkeit abbrechen. Habe dann Azithromycin bekommen. Danach leider eine neue Infektion mit Proteus und Enterokokken, die aktuell mit Milchscäurebakterien am Abklingen ist. Vor zwei Monaten hatte ich außerdem meine Booster-Impfung mit Comirnaty. Mein Immunsystem könnte somit aktuell etwas zu Überreaktionen neigen, denke ich zumindest. Leider hatte ich bis vor wenigen Tagen auch einen Psoriasisschub am Oberkörper, was dies zeigen könnte. Ich habe jedoch jetzt ein ganz anderes Problem.
Vor etwa drei Wochen hatte ich beruflich viel zu tun. Etwa vier bis fünf Tage nach dieser Zeit hat sich meine Sehkraft verschlechtert. Ich dachte es wäre nur der Stress oder der Start einer Migräne-Aura. Meine Sicht ist kontrastärmer, Bildschirmarbeit ist schwierig, da alles sehr grell ist. Ich machte eine Arbeitspause, die nicht geholfen hat. Bin zum Augenarzt, der nichts feststellte, außer das mein Augendruck stark grenzwertig ist, weshalb ich in fünf Wochen in die Glaukomsprechstunde gehe. Er hat ein OCT angefertigt, das ähnlich schlecht wie das alte war.
Beim Neurologen hat sich auch keine Auffälligkeit ergeben. Das VEP war ähnlich schlecht wie zuvor. Die Pupillen waren auch unauffällig. Da jedoch bereits beide Augen von einer Sehnerventzündung betroffen waren, ist das wahrscheinlich alles wenig aussagekräftig. Mein Neurologe hat nun den Verdacht auf RCS oder Pseudotumor cerebri. Daher hatte ich eine MRT-Untersuchung. In ihr zeigte sich ein neuer Herd im Kopf von 8 mm (links frontal). Außerdem steht im Bericht Folgendes:
„regelrechte kortikomedulläre Differenzierbarkeit sowie regelrechte Abrenzbarkeit der Stammganglien und beider Thalami. Unauffällige Weite der inneren und äußeren Liquorräume. Keine Mittellinienverlagerung, kein Anhalt für eine akute Liquorzirkulationsstörung, keine pathologische fokale intrakranielle Diffusionsrestriktion. Flach konfigurierte Hypophyse (partielle empty sella) sowie verdickte Subarachnoidalräume um den Nervus opticus beidseits.“
Im Befund stand Hinweis auf Pseudotumor cerebri. Ich habe auch mit dem Radiologen gesprochen und er meinte eine Sehnerventzündung würde nicht so aussehen. Er hat dann meine „alte“ CD von 14 Monate zuvor angeschaut und meinte damals hätte es schon genauso (ESS und Subarachnoidalräume) im MRT ausgesehen, das aber nur wenig über die „Druckverhältnisse“ im Kopf aussagen würde. Ich fragte daraufhin, was das sein könnte außer zu hohem Hirndruck und er meinte ein Infekt im Kopf selbst, der „dahinsiecht“.
Nun zu meiner Frage, ich habe außer Sehstörungen (seit zwei Wochen ohne Verbesserung oder Verschlechterung) und Druck auf den Augen/Nase (Augenschmerz und Kopfschmerz nur bei Schauen auf Sonne, Licht, Bildschirm) keine Hinweise auf zu hohen Druck im Kopf (außer die Hinweise im MRT), ist das trotzdem die wahrscheinlichste Option einen Pseudotumor c. zu haben oder könnte es „einfach“ nur eine neue Sehnerventzündung sein, die man auf dem MRT nicht sieht, wie die anderen zuvor auch?
Ich habe bald einen Termin zum Augenultraschall in einer Klinik, die wohl einen Hirndruck relativ sicher ermitteln kann. Zuvor hätte ich jedoch gerne einen Einblick in mögliche weitere Ursachen für meine Sehstörung, was denken Sie ist am wahrscheinlichsten und welche Differenzialdiagnosen gibt es sonst noch? Ich bin übrigens 38 Jahre alt, trotz Gewichtsabnahme noch übergewichtig, habe außer MS, Migräne-Auren und Psoriasis noch PCOS. Danke im Voraus, auch für das Lesen der Textwand.
Deine Frage beantwortet
Sehr geehrte Amy55,
nach Ihren Angaben besteht eine MS, die mit wiederholten Sehnerventzündungen in der Vergangenheit einherging. Leitsymptom des Pseudotumor cerebri ist Kopfschmerz und eine Stauungspapille. Das MRT dienst zum Ausschluss anderer Erkrankungen. Veränderungen beim Pseutotumor cerebri gering (u.A. erweiterter Liquorsaum um den N. opticus, Darstellung einer venösen Abflussstörung). Eine Liquorpunktion könnte die Diagnose klären, da ein erhöhter Eröffnungsdruck nachzuweisen ist. Oft hilft die LP auch, die Kopfschmerzen zu lindern. Auch weitere augenärztliche Untersuchung, wie die Sonographie (wie schon geplant) können weiter helfen.
Was Sie allerdings gar nicht geschrieben haben ist, ob Sie eine Behandlung der MS durchführen. Diese halte ich bei Ihrem Befund einer aktiven MS-Erkrankung für entscheidend, um das Risiko weiterer Sehrnerventzündungen oder anderer MS-Herde so gering wie möglich zu halten.
MIt freundlichen Grüßen
Die Beiträge werden unverändert übernommen. Es erfolgt keine Prüfung oder Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik oder darin getätigter Aussagen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser Beiträge übernimmt die Merck Healthcare Germany GmbH keine Verantwortung.