PatientIn „Marcel“ | 13. Juli 2023

Hallo zusammen,
bei mir wurde Weihnachten 2008 MS diagnostiziert. Im Jahr 2007 war vermutlich der erste Schub (Taubheit in der Hand), gefolgt von Taubheit im rechten Bein 2008. Ende 2008 dann der erste schwere Schub mit Schwindel, Taubheit in der linken Körperhälfte und mein linkes Auge blieb starr. Ich wurde dann auf Interferon eingestellt, hatte jedoch starke Nebenwirkungen (teilweise drei Tage schwere Grippe Symptome). Es folgten noch 2 ähnliche Schübe, bis auf ein paar Überbleibsel haben sich diese unter Cortison jedoch zurück entwickelt. 2010 nahm ich dann an einer Studie der Uniklinik Köln mit Gylenia Teil, da ich vom Interferon weiterhin starke Symptome hatte und Hoffnung hatte. Seitdem bin ich schubfrei, die MRT Bilder sind seit 13,5 Jahren unverändert und ich lebe auch nicht wirklich nach MS, esse Fleisch und habe meine Jugend auch mit nicht niedrigen Mengen Alkohol gelebt. Ich mache Sport und nehme Gylenia inzwischen nur noch alle drei Tage.
Kann es sein, dass die Diagnose damals andere Gründe hatte? Kann man das irgendwie medizinisch feststellen?
Ich traue mich nicht, die Tabletten abzusetzen, da ich Angst davor habe, dass die Krankheit wieder ausbricht.

Sind solche Verläufe bekannt?

Liebe Grüße
Marcel

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Carsten Sievers
Neurologe|15. Juli 2023

Hallo Marcel,

da sie doch vielfach in qualifizierter neurologischer Behandlung waren und sind ist eine Fehldiagnose nach menschlichen Ermessen ausgeschlossen. Sie spüren die excellente Wirkung ihrer Therapie durch fehlende Krankheitsaktivität. Sollten sie die Therapie absetzen ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit erneuter Krankheitsaktivität, also Schüben und bleibenden Defiziten zu rechnen. Ihr Verlauf ist so wie Neurologen sich das für jeden Patienten erhoffen und leider verschwindet MS auch unter erfolgreicher Therapie nicht.

MfG

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