PatientIn „Mellip“ | 23. März 2022

Hallo Herr Dr. med. Detlev Schneider

Vielen Dank für Ihre Antwort. Zu meinen Klinischen Beschwerden:

Ich leide unter extremer Fatigue, was meine Neurologin eben dazu gebracht hat mich ins Kopf - Mrt zu schicken. Außerdem habe ich kognitive Einschränkungen bezüglich Merkfähigkeit und Konzentration, da ich erst 27 Jahre alt bin, war das für sie ebenfalls auffällig.

Am Anfang dachte man es sei alles Long Covid, doch dann kamen permanente Muskelschmerzen dazu. Mein Arm fühlte sich an als wär er eingeschnürt in Bandagen und ich hatte Missempfinfungen in einer Hand. Am Anfang dachte ich es sei alles psychisch bedingt. Aber dem scheint nicht so...

Im Grunde wurde MS bei mir durch "Zuffall" entdeckt, weil meine Neurologin genauer nachgeschaut hat und meinte nicht alles passt auf Long Covid.

Alles andere wurde durch Blutuntersuchung ausgeschlossen.
Der AHA Titer war allerdings bei 1:320 aber die untertestungen danach waren alle Negativ.

Einmal vor ein paar Wochen sah ich für einen Tag auf einem Auge doppelt und hatte Schmerzen bei Bewegung der Augen. Das VEP war 116ms normale A. und laut Befund "leicht pathologisch"

Allerdings habe ich keine Spinalen Herde im Rückenmark.

Meine Fragen: Kann ein VEP eine alte abgeklungene Sehnerventzündung anzeigen bei nur leichter verzögerung?

Und kann eine MS Diagnose bei so recht unzpezifischen Symptomen gestellt sein? Ich mein ich hatte nie größere Ausfallerscheinunhen oder extreme Taubheitsgefühle...

Der Liqor war bis auf die MRZ reaktion ja auch positiv...

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|24. März 2022

Sehr geehrte Mellip,

die VEP können sowol ältere als auch frische Entzündungen des Sehnerven nachweisen. Die MS ist nicht immer einfach zu diagnostizieren und kann klinisch sehr unterschiedlich in Erscheinung treten. Man muss im Einzelfall sehr sorgfältig untersuchen und genau hinschauen. Da aber bei Ihnen scheinbar eine aktive Erkrankung besteht, sollte man eine Behandlung machen und diese regelmäßig überprüfen. Auch weitere MRT- und elektrophysiologische Untersuchungen sind im Verlauf angezeigt. Die Diagnose wird immer wieder überorpft, so dass Sie keine Sorge haben müssen, falsch behandelt zu werden. Nach all dem was ich jetzt so lese, scheint sich allerdings der Befund einer MS zu bestätigen. Da man es früh erkannt hat bestehen aber gute Aussichten, dass man den Verlauf günstig beeinflussen kann.

MIt freundlichen Grüßen

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