MS? Burning Feet.
Liebes Expertenteam,
zunächst vielen Dank für die Zeit, die Sie hier opfern und den wichtigen Beitrag den Sie hier für alle Betroffenen und Verängstigten leisten. Nach langem Zögern muss ich hier trotzdem meine Frage zu meinem Beschwerdebild stellen.
Zu mir:
Männlich, 30 Jahre, keine Vorerkrankungen.
Vor ca. 6 Monaten bemerkte ich ein seltsame Spannen und Kribbeln in den Waden, welches sich über den Zeitraum von zwei Wochen auf beidseitig komplette Unterschenkel und Fußsohlen ausbreitete. Daraufhin schickte mich mein Hausarzt mit "Verdacht auf MS" zum Neurologen, welcher Nervenleitgeschwindigkeit und SSEP durchführte mit folgendem Befund:
"Tib NLG rechts 53,9 m/s links 55m/s. Tibialis SSEP bzgl. Abgang und Amplitude leicht artefaktgestört - P40-Welle kam beidseitig mit regelrechter Latenz".
Direkt nach diesem Untersuchungen wurde ein dringendes(?) MRT des Schädels mit möglichst großer HWS-Abbildung angeordnet:
keine MS-typischen Entmarkungsherde, Diskrete Marklagergliose frontalparietal?
Als Abschluss wurde mir gesagt, dass, solange ich kein funktionellen Ausfälle habe, eine MS zu 98% ausgeschlossen sei und ich mir keine Sorgen machen solle.
Nachdem 2 Wochen nach der MRT-Untersuchung die Beschwerden besser wurden, kamen diese nun im 4 Wochen-Takt (Dauer ca. 2-3 Wochen) zurück:
- Brennende Fußsohle in Schuhen / Ruhe, bei Bewegung besser
- Seit letztem "Schub" Taubheits- / Geschwollenes Gefühl zunächst in der linken Ferse, nach 2 Tagen auch in der rechten Ferse.
- stichartige Empfindungen beim Tragen von langen Hosen an Schienbein und Waden, mittlerweile unerträglich. Der Alltag wird zur Hölle.
- "Summen" in den Schienbeinen
- Faszikulationen über mehrere Minuten in den Beinen, aber auch in Bereich wie Latisumus Dorsi
- Depressive Verstimmungen, Angst
- Konzentrationsschwierigkeiten, allein beim Verfolgen von simplen Unterhaltungen
Ein großes Blutbild + einige Zusatzdiagnostik (Borrelien, Vit. B12, Vit. D.)etc.) wurde alles zuletzt in Eigenleistung beim Hausarzt geprüft und gewissen Mangelerscheinungen ausgeschlossen. Lediglich ein erhöhter Ferritinwert im Serum.
Meine Fragen nach all diesen Beschreibungen sind letztendlich:
- Ist eine MS wirklich so einfach auszuschließen? Bei einer Krankheit mit "1000 Gesichtern".
- Reicht es, ein MRT des Schädels aus Ausschlusskriterium heranzuziehen?
- Wo kann ich weiter ansetzen, um der hier die Ursache finden zu können. meine Lebensqualität und auch -lust sinkt monatlich... Die Missempfindungen und brennenden Füße machen mich wahnsinnig..
- Welchen DD käme hier sonst noch in Frage?
- Was hat es mit diesen "Marklagergliosen" auf sich?
Besten Dank vorab!
Deine Frage beantwortet
Hallo Blural,
ihre Beschwerden passen so wenig zu MS, das man diese bereits allein hiermit extrem unwahrscheinlich macht. Das MRT und SEP bekäftigen dies. Die weitere Diagnostik würde ich in Richtung Erkrankungen mit Polyneurpathie richten, die NLG des N.tibialis ist allein zu grob. Die Marklagergliosen kann ich hier auch nicht einordnen, sie sollten aber bei der weiteren Abklärung im Gesamtbild berücksichtigt werden.
MfG
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