MRT Befund, Basistherapie + Schwangerschaft
Hallo liebes Expertenteam,
Ich wurde Mitte August 2022 aufgrund Sensibilitätsstörungen (linker Fuß, rechter Arm) stationär aufgenommen.
Dort wurde folgendes festgestellt:
- MRT Kopf, BWS, HWS: unauffällig
- Lumbalpunktion: OKB Typ 2 positiv, Zellzahl: 8 (Norm: 0-4), Gesamteiweiß 46,7 (Norm: 15-45), Glucose 62 (Norm: 40-70), Albumin: 30,6 (Norm: 10-30), IgG: 36 (Norm: 6,3-33,5), Lactat: 12,9 (Norm: 10-22)
- Starker Vitamin D Mangel
- EBV Antikörper im Serum (aber nicht im Liquor)
- VEP unauffällig
- EEG unauffällig
- Masern/Röteln/VZV Antikörper: unauffällig
- Aquaporin-4-AK, Anti-MOG-AK: unauffällig
Es wurde eine MRT Verlaufskontrolle im Januar 2023 empfohlen.
Nachdem sich die Beschwerden nicht besserten und zwischenzeitlich auch die linke Hand taub wurde, hat der Neurologe Ende Oktober 2022 und Mitte Dezember 2022 für jeweils 3 Tage einen Kortisonstoß 1g per Infusion verabreicht. Die Beschwerden halten leider immer noch an, jedoch nicht mehr in der Intensität wie im August 2022). Hinzugekommen sind ab und zu noch Krämpfe in der rechten Hand.
Die MRT Verlaufskontrolle wurde nun letzte Woche durchgeführt. Der Befund lautet:
Myelitischer Herd Höhe HKW 7 im linken Seitenstrang noch Kontrastmittel anreichernd (Schrankengestört). Thorokal keine definitiven Herde.
Der Neurologe hat mir nun die Diagnose MS gestellt und empfiehlt mir sofort mit der Basistherapie (Tecfidera) zu starten.
Nun zu meinen Fragen:
1: Wieso konnte man im August den Herd nicht erkennen? (MRT erfolgte mit gleicher Tesla Auflösung).
2: Kann auch etwas anderes als MS die Ursache sein?
3: Würden Sie auch bereits jetzt zur Basistherapie raten?
4: Wir haben eigentlich zeitnah einen Kinderwunsch. Nun ist die Überlegung jetzt schwanger zu werden und erst nach der Schwangerschaft mit der Basistherapie zu starten. Oder ist es sinnvoller erstmal die Basistherapie anzufangen und dann in ca. einem halben Jahr/ Jahr die Therapie zu unterbrechen.
Über Ihre Einschätzung würde ich mich freuen.
Deine Frage beantwortet
Sehr geehrte Selo,
zunächst vorab: ein einzelner myelitischer Herd ist nicht gleich eine MS. Zu Diagnose bedarf es einer zeitlichen und örtliche Dissemination (Verteilung). Bei Ihnen liegt nach dem was ich lese zunächst "nur" eine Myelitis vor (= Rückenmarksentzündung). Die kann auch viral bedingt sein. Ob man diesen Befund jetzt als ein Klinisch isoliertes Syndrom (KIS) einordnet (Vorstadium einer MS), ist nicht ganz einfach zu beantworten. Da kaum eine Zellzahlerhöhung im Liquor nachgewiesen wurde (8 anstatt 4), ist eine virale Genese eher unwahrscheinlich. Warum der Herd im August nicht nachzuweisen wurde ? ... Vielleicht war der Zeitpunkt zu früh, vielleicht wurde kein KM gegeben ? ...
Auch bei einem KIS ist es ratsam eine Behandlung zu beginnen (wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen wurden). Da der Befund nun ganz frisch ist, sollte man zunächst mit dem Kinderwunsch etwas aufschieben und den weiteren Verkauf abwarten. In eine aktive Phase einer Erkrankung, wenn es denn überhaupt eine ist, sollte man so etwas nicht planen, wenn ggf. med. Behandlungen nötig werden. Ihr Fall ist nicht einfach und zur Beurteilung muss man viele Punkte berücksichtigen. Weitere Verlaufsuntersuchungen sind kurzfristig notwendig. Halten Sie ausführliche Rücksprache mit genau den Fragen, die Sie mir gestellt haben mit dem Neurologen Rücksprache.
Mit freundlichen Grüßen
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