MRT Befund
Sehr geehrter Herr Dr. Schneider,
ich bitte Sie herzlich um die Beurteilung meines MRT-Befundes.
Zu meiner Vorgeschichte:
- Mißempfidungen den Fußsohlen beidseits ab Anfang November 2022 (Kribblen/Prickeln)
- Mißempfindungen an den Beinen beidseits.
- Im Februar 2023 sind Mißempfindungen im Gesicht beidseits aufgetretten
- An beiden Händen sind flüchtige Mißempfindungen zu spüren
- Beim Kopfbeugen leichte wahrnehmbares Proickeln in der linken Hand zu spüren gewesen ( Handkante, kleiner Finger)
- Faszikulationen am ganzen Körper
- wandernde Stellen am Körper, die leicht und kurz vibrieren
Die Untersuchungen damals:
MRT Kopf/HWS - 26.11.2022 unauffällig
MRT BWS/LWS (HWS bis zum 6 HWK) - 14.01.2023 unauffällig
NLG und SEP Tibialis - 26.01.2023 unauffällig
Jetzt erfolgte nach neuen Symptomen vor allem im Gesicht ein neue MRT-Untersuchung mit KM. (Schädel+HWS)
Befund:
Kopf:
Symmetrisches, mittelständiges Ventrikelsystem ohne Hinweis auf eine akute Liquorzirkulationsstörung. Regelrechte Weite der basalen Zisternen. Keine Einklemmungszeichen.
Unauffällige Darstellung der Basalganglien. Im supratentoriellen Marklager kein Nachweis suspekter Signalalterationen oder einer Schrankenstörung. Infratentoriell zeigt sich rechts cerebellär eine T2 hyperintense Signalalteration mit einem Durchmesser von ca. 3mm. Diese war bereits in der externen Voruntersuchung abgrenzbar. Darüberhinaus infratentoriell kein Nachweis suspekter Signalalterationen. Kein Nachweis einer Diffusionsrestriktion. Nach Kontrastmittelgabe zeigt sich keine Schrankenstörung. Regelrechtes T2 florid der cerebralen Gefäße. NNH und Mastoidzellen belüftet. MR-morphologisch unaufällige Schädelkalotte.
Beurteilung:
Ca. 3 mm durchmessende T2 hyperintense Signalalteration im rechts cerebellären Marklager ohne KM-Aufnahme. Diese war retrospektiv bereits in der Voruntersuchung abgrenzbar. Die McDonald Kriterien einer zeitlichen und örtlichen Dissemination sind somit aktuell nicht erfüllt.
HWS weiterhin unauffällig.
Der erste MRT Befund (26.11.2022) wurde als total unauffällig beschrieben. Diese T2 hyperintense Signalalteration wurde nicht in den Befund aufgenommen.
Wie würden Sie die T2 hyperintense Signalalteration im Kleinhirn beurteilen?
Könnten die Symptome von einer einzelnen Signalalteration verursacht werden? Bzw. welche neurologischen Ausfällen kann eine Läsion in dieser Region verursachen?
Vielen Dank!
MfG
LG
Deine Frage beantwortet
Sehr geehrte/r Fr./Hr. LG,
zum Einen erklärt der rechts cerebelläre Herd nicht Ihre bestehenden Beschwerden in Form von sensiblen Störungen und Faszikulationen. Dieser hätte zu einer ataktischen Störung (Koordinationsstörung) rechts führen müssen. Sie Symmetrie des Auftretens der sensiblen Störungen (beide Hände, beide Füße) spricht zum Anderen auch eher gegen eine MS. Anhand des MRT-Befundes ist eine MS derzeit nicht zu diagnostizieren, wie dies schon der Radiologe beurteilt hat. Es ist eine unspezifische Läsion, die zunächst keine relevante Bedeutung hat, außer dass man im Verlauf in vielleicht 1 Jahr eine Kontrolle empfehlen würde. Zu prüfen wäre allerdings, ob eine andere Ursache für die sensiblen Störungen besteht: z.B. könnte es sich um eine CIDP (auch chron. GBS genannt) handeln (CIDP = chron. inflammatorisch demyelinisierende Polyneuropathie). Eine Liquoruntersuchung ist sicherlich angezeigt, um dies zu klären (Eiweiß erhöht ?). Die unauffälligen elektrophysiologischen Messungen sprechen allerdings eher dagegen. Dennoch, da Sie die F-Wellen nicht aufgeführt haben, sollte einer erweiterte Abklärung erfolgen.
Mit freundlichen Grüßen
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