PatientIn „A.B.“ | 13. Nov. 2023

Liebes Ärzteteam,

Ich (W, 30, RRMS seit 2016) habe seit 2 Tagen verstärkt Motion Sickness. Mir wird schlecht und schummrig, wenn ich mich schnell bewege oder drehe und diese "Motion Sickness" tritt sogar ein, wenn ich mir Filme oder Videos anschaue, in denen sich die Bilder zu schnell bewegen.

Ich kann selbst in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Auto nicht mehr aus dem Fenster rausschauen und muss mich im Innenraum auf einen Punkt konzentrieren. Dadurch ist es für mich derzeit auch nicht möglich, selbst ein Auto zu fahren.

Kann dies mit der MS zusammenhängen?

LG A.B.

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|13. Nov. 2023

Sehr geehrte A.B.,

ja, die kann durchaus mit der MS zusammen hängen. Alle Afferenzen der Sinnesorgane (alle eingehenden Sinnesempfindungen) müssen aufeinander abgestimmt sein. Trifft dies nicht zu, kommt es zu einem Schwindelgefühl. Das beste Beispiel ist Autofahren. Schauen wir aus dem Fenster ist alles gut. Die Augen nehmen die Bewegung war und das Gleichgewichtsorgan und die Sinnesrezeptoren der Haut erfassen die Beschleunigung. Lesen wir aber ein Buch bei der Fahrt, dann wird uns übel, da die Buchstaben fixiert sind, sich nicht bewegen und ein Missverhältnis zwischen Bewegung und Sehen entsteht. Bei der MS kann es sein, das das komplexe Zusammenspiel durch eine Läsionen der zentralen Bahnen gestört ist und so ein bewegungsabhängiger Schwindel/Übelkeit entsteht. Abhilfe erreicht man nur durch Übungen, Bewegungen und Gleichgewichtstraining.

Mit freundlichen Grüßen

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