Kreislaufregulationsstörung
Lieber Herr Dr Schneider,
ich hatte ja bereits Kontakt zu Ihnen und hätte noch eine Frage.
Kann eine Kreislaufregulationsstörung durch eine Läsion im Rückenmark ausgelöst werden und wenn ja auf welcher Höhe?
Herzlichen Dank und ein schönes Wochenende
Liebe Grüße aus dem sonnigen Allgäu
Deine Frage beantwortet
Sehr geehrte Rosa,
es gibt im Rahmen von akuten traumatischen Querschnittslähmungen durchaus Probleme mit dem Kreislauf. Dies allerdings nur in der Perakutphase. Im Verlauf normalisieren sich die Blutdruckwerte. Gesteuert wird der Kreislauf durch das vegetative Nervensystem, dem Parasympathikus und dem Sympathikus. die dazugehörigen Nervenzellen liegen im Hirnstamm und im Rückenmark von C8 bis etwa auf Höhe L2 (also dem thorakalen (brustkorbnahen) Rückenmark). Von dort aus verlassen die Nervenbahnen jeweils seitlich das Rückenmark und bilden den Grenzstrang, der paarig neben der Wirbelsäule verläuft und mit den Inneren Organen und eben auch den Gefäßen verbunden ist. Demnach kann es durchaus möglich sein, dass eine große und hohe thorakale Läsion die veg. Bahnen unterbricht und die Funktion der Kreislaufregulation beeinträchtigt. Aber nach einigen Wochen sollte sich das veg. System von selbst wieder stabilisieren und keine gravierenden Regulationsstörungen mehr verursachen. Bei der MS sehen wir diesen Fall einer anhaltenden Kreislaufregulationsstörungen aber eher selten.
Mit freundlichen Grüßen
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