PatientIn „Linda“ | 01. Juni 2021

Sehr geehrter Dr Schneider,

ich bin 23 Jahre Jahre jung und leide nun seit Anbeginn des Jahres an neurologischen Beschwerden. Angefangen hat alles mit Sehbeschwerden im Januar, wegen welcher ein MRT mit Kontrastmittel von Schädel sowie HWS UND BWS veranlasst wurden. Alles ohne Befund. Ende Februar erfolgte dann auf mein Drängen hin eine Lumbalpunktion sowie ein VEP und diverse Nervenleitgeschwindigkeitstests. Alles ebenfalls ohne Befund. Seither plagen mich nun zwar keine Sehbeschwerden mehr, jedoch verteilte Missempfindungen. Meine beiden Armen fühlen sich so an, als würden Spinnweben an ihnen hängen, dasselbe Empfinden habe ich an meinen beiden Beinen. Ebenfalls habe ich es ab und an in meinem Gesicht. Des Weiteren fühlt es sich um mein rechtes Knie sowie meinen rechten und linken Ellbogen zuweilen so an, als wäre es zugeschnürt. Mein rechter Unterarmmuskel fühlt sich zudem sehr verspannt an. Dieses Muskelkater-ähnliche Gefühl habe ich auch bereits am ganzen Körper ab und an verspürt. Die genannten Beschwerden sind mal paar Tage lang dran, mal nur paar Minuten. Des Weiteren hatte ich im März verteilte Muskelzuckungen, welche mit der Zeit nachgelassen haben und nun wieder da sind. Außerdem knacken meine Gelenke viel mehr seit Kurzem und schmerzen immer mal wieder.

Ich war bereits bei mehreren Neurologen, Neurochirurgen und Internisten, die meine Beschwerden als untypisch und zu „umfangreich“ (also bezogen auf meine Körperteile, welche alle betroffen sind) begutachtet haben, insbesondere im Hinblick auf die negativen Befunde. Auf meine Frage hin, ob ein neues MRT sinnvoll sei, hieß es, dass bei der Menge und der Dynamik meiner Beschwerden bereits im Januar in den Bildern etwas hätte zu sehen sein sollen oder jedenfalls im Nervenwasser Ende Februar. Man riet mir daher zu einer Psychotherapie aufgrund meiner ohnehin vorhandenen Angst vor MS.

Meine Frage an Sie lautet nun, ob Sie sich der Meinung Ihrer Kollegen anschließen oder mir zu einem neuen MRT raten würden?

Vielen Dank im Voraus!

Profilbild des Experten

Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|01. Juni 2021

Sehr geehrte Linda, 

eigentlich ist alles von den Kollegen gesagt, was von Relevanz ist. Ja, ich sehe das genauso: die Symptome sind völlig unspezifisch und durch eine Vielzahl von Ursachen zu begründen. Insbesondere kommen hier seelische Belastungen in Frage. Sie sind von vielen Fachärzten untersuch worden, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass man etwas übersehen hat, eher als gering einzustufen ist. Eine mrt würde ich auch erst dann für sinnvoll halten, wenn klar abgrenzbare neurologische Defizite vorliegen, die man örtlich präziser zuordnen kann. 

Mit freundlichen Grüßen 

Die Beiträge werden unverändert übernommen. Es erfolgt keine Prüfung oder Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik oder darin getätigter Aussagen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser Beiträge übernimmt die Merck Healthcare Germany GmbH keine Verantwortung.