PatientIn „Vincent“ | 18. März 2024

Sehr geehrte Experten,

Ich bin 34j, M. Meine MS blieb laut Neurologe/MRT-Bilder ca. 5-10 Jahre unentdeckt. Läsionen bereits vermehrt im Kopf und Wirbelsäule. Klinisch gab es bisher nur Sensibilitätsstörungen in der linken Kopfhälfte und ein erhöhter Harndrang bei nicht gefüllter Blase.

Seit Anfang des Monats habe ich mit meiner Therapie begonnen.
Es handelt sich um ein Präparat, welches man monatlich subkutan injiziert.
Ich habe hierzu erneut einige Fragen.

1. Auf der Website meines Medikamentes steht, dass Blutbild und Differentialblutbild alle 3 Monate erfolgen sollten und der Immunstatus (CD19+B-Zell-Zahlen) danach nur noch jährlich. Meine Klinik teilte mir allerdings mit, dass ein Blutbild wenn überhaupt nur 1x im Jahr nötig sei, da das Medikament ohnehin nicht im Blut nachgewiesen bzw. dieses beeinflusst, was mich nun etwas verwirrt und verunsichert, schließlich ist mein Medikament ein monoklonaler Antikörper, der gegen die B-Lymphozyten gerichtet ist und diese reduzieren soll. Außerdem kann sich der Spiegel des Immunglobulin M im Blut vermindern. Wurde ich fehlinformiert und sollte ich alle 3 Monate auf einen Termin für oben genannte Blutwerte bestehen?

2. Ich bin auf das Thema "PML" gestoßen und würde gerne weitere Meinungen von Experten hören, wie das Thema und die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken gesehen wird. Das Internet ist Fluch und Segen zugleich - sehr viele Informationen, doch man weiß nicht, wo man anfangen oder wie es richtig bzw. besser eingeschätzt werden soll.

3. Thema Krebsvorsorge, da die Wahrscheinlichkeit an Krebs zur erkranken durch Immunsuppressiva generell erhöht sein soll. Inwieweit stimmt das und wie und wo beginnt man da?

Liebe Grüße und vielen lieben Dank im Voraus.

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Deine Frage beantwortet

Carsten Sievers
Neurologe|18. März 2024

Hallo Vincent,

die empfohlenen Kontrollen für ein Medikament sollten immer durchgeführt werden, davon sollte nicht abgewichen werden. Konfrontieren sie ihre Ärzte mit den Kontrollempfehlungen und fordern die regelrechte Durchführung. Eine Aussage so ein Medikament würde das Blut nicht beeinflussen ist sicher falsch.Die Aussage es würde nicht direkt nachgewiesen ist zwar richtig aber hier irrelevant. Bei den meisten MS-Medikamenten ist PML ein mehr theoretisches Risiko, bei vielen bisher nicht gehäuft aufgetreten. Bei MS-Medikamenten, die ein gehäuftes Krebsrisiko haben werden entsprechende Kontrollen empfohlen, bei allen anderen reicht die gängige Krebsvorsorge. Theoretisch erhöhen alle immunwirksamen Medikamente das Krebsrisiko durchihre Wirkmechanismen, beiden meisten liegt das Risikoniveau soweit überhaupt bekannt (Verlaufsbeobachtungen über Jahrzehnte sind rar) im oder unter dem Niveau anderer lebensumständebedingter Risikofaktoren (Umwelt-/Arbeitsplatzexpositionen, Ruachen, Übergewicht etc.).

MfG

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