PatientIn „Karlsruher“ | 29. Jan. 2020

Sehr geehrtes Ärzteteam,

ich habe folgende Frage...

2016 wurde bei mir eine ausgedehnte aber kurzstreckige Myelitis vorwiegend der grauen Substanz mit fleckigem Enhancement C4/5 und damit vergesellschafteter motorisch -und Beinbetonter schwerer Paraparese festgestellt. Im Rolli sitze ich seit 2013, damals ohne Untersuchung V.a. psychische Genese was sich nicht bestätigt hat.

cMRT (Flair parietal Gyrus supramr.,frontal und frontobasal und Gyrus angul., Nasenseptumdeviation, 2012 cMRT ohne jegliche Läsion) und Liquor waren atypisch für MS --> Diagnose KIS.

Vier Monate später wurde wieder Kontrastmittelaufnahme registriert, die Läsion war gleich groß. Zu der Zeit wurde auch die Augenbeteiligung diagnostiziert.

weitere vier Monate später das gleiche, allerdings mit regredienten Zeichen der KM-Aufnahme.

Nun hatte ich kürzlich wieder ein sMRT mit dem Ergebnis, kein Enhancement mehr, Läsion gleich groß und das Eulenaugenzeichen.

Meine behandelnden Ärzte beharren starr auf der gestellten Diagnose, wenn auch ein neuer Neurologe kürzlich die Diagnosen CIS UND MS mit dem Hinweis "keinerlei Hinweis auf" verwarf. Er nannte die Befunde als Lupusmyelitis typisch.

Hardfacts dazu:

rezidivierende posteriore Skleritis
Nierenbeteiligung (Protein, Akanthos und gran. Zylinder)
OKB wiederholt Typ 4 identisch, jeweils Schrankenstörung bei normaler Zellzahl, aber mit aktivierten Lymphos und Monozyten und Plasmazellen.

AK Status unter Hochdosis Predni oral:

B2Glycoprotein AK jeweils erhöht (37 statt <10)
ANA je positiv zuletzt 1:100
SM-AK schwach positiv
p-Anca schwach positiv

Können Sie mir zu der Befundkonstellation etwas sagen? Ich bin dermassen verunsichert, was ich nun tun soll, da jeder sagt das sei rheumatisch, dann in Deckung geht und mich an die KIS-Ärzte verweisen und an denen alles abprallt. Also alles Diagnosetypisch sozusagen. Drehtüreffekt!

Vielen Dank schonmal :)

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Deine Frage beantwortet

Carsten Sievers
Neurologe|19. Mai 2020

Hallo Karlsruher,

ich kann die Argumente der KIS/MS-Zweifler nachvollziehen, ihre Befundkonstellation ist etwas für Spezialisten. Die Universitätsklinik Würzburg (Neurologie) besitzt eine besondere Expertise für Autoimmunkrankheiten, ich schlage vor, sich dort zur Klärung vorzustellen.

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