Doch MS?
Guten Tag,
ich bin weiblich, 30 Jahre alt und leide seit Juli letzten Jahres unter diffusen Symptomen, die mir das Leben schwer machen. Bisher wurde keine Ursache gefunden.
Folgende Symptome habe ich:
• zeitweise Tremor an immer anderen Stellen, jedoch zumeist in den Händen
• leichtes Kribbeln/Taubheitsgefühl im linken Arm und Bein, das im Liegen jedoch verschwindet
• im rechten Bein einen erhöhten Muskeltonus, mittlerweile durchgängig seit 2 Monaten. Dieses Bein fühlt sich an als könnte ich es nicht entspannen, zudem fühlt es sich beim Gehen und Stehen wackelig und unsicher an
• das Gefühl, dass viele Muskeln im Körper immerwieder steif/verkrampft wären - teilweise fallen Bewegungen dadurch schwer
• seit 1 Monat kommen Muskelzuckungen hinzu, die mir natürlich große Sorgen machen. Sobald ich in Ruhe bin und sitze oder liege, fängt es an, in Armen oder Beinen zu zucken. Die Zuckungen sind auch gut sichtbar. Wir haben einen ALS-Fall in der Familie meines Mannes, dementsprechend macht mir das Muskelzucken in Kombination mit den anderen Symptomen große Angst, da ich Zuckungen und Spastiken (wenn es sich bei mir um Spastiken handelt), als Symptome bei der betroffenen Person kenne.
MRT von Kopf und Rücken (LWS, BWS, HWS) wurden im November gemacht und waren unauffällig, abgesehen von 2 leichten Bandscheibenvorfällen, die jedoch keine Wertung haben.
Ich möchte gern wissen, wo diese Symptome herkommen. Sie schränken mich in meinem Alltag mit 2 kleinen Kindern sehr ein. Könnte Ihrer Meinung nach MS/ALS vorliegen? Oder gibt es noch andere Ursachen, die passen könnten?
Ich danke Ihnen sehr im Voraus.
Deine Frage beantwortet
Sehr geehrte Jane,
aufgrund des unauffälligen MRTs ist eine MS nicht vorhanden. Sie beschreiben sehr schön, wie sich Schritt für Schritt ganz unterschiedliche Symptome an immer wieder anderen Stellen des Körpers entwickeln. Das macht eine organisch begründete Erkrankung nicht. Es ist die innere Unruhe, die Angst erkrankt zu sein, die diese Beschwerden hervorruft. Wir nennen das somatoforme Störung. Wir sehen tagtäglich Patienten mit genau den gleichen Beschwerden. Es ist nicht so, dass Sie sich das einbilden, sondern der Körper reagiert auf Stress und Ängste ganz unterschiedlich. Wir alle kennen den Spruch: Ein Kind hat vor Angst in die Hose gemacht. Bei dem Kind liegt keine Störung des Darmes vor, sondern die Angst ist es, die zu einer Funktionsstörung des Darmes führt. Genau so ist das auch mit den sensiblen Störungen und den muskulären Zuckungen. Nach Ausschluss einer organischen Ursache sollte eine Psychotherapie erfolgen.
Mit freundlichen Grüßen
Die Beiträge werden unverändert übernommen. Es erfolgt keine Prüfung oder Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik oder darin getätigter Aussagen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser Beiträge übernimmt die Merck Healthcare Germany GmbH keine Verantwortung.