PatientIn „Lisa“ | 15. Aug. 2022

Hallo,
Ich habe Mitte Mai diesen Jahres (vermutlich) die Diagnose MS erhalten. Vermutlich deswegen, weil im Bericht des KH "nur" liquorchemische chronisch entzündliche Erkrankung des ZNS steht.
Im Schädel MRT waren 2 "unspezifische"(?) Herde zu finden, Liquor war auffällig.
Nach Entlassung aus dem KH sollte ich mir einen Neurologen suchen. Gesagt, getan. Dessen Reaktion war: "Wir warten bis November ab. Kontroll MRT brauchen wir nicht. Ich behandle Krankheiten, keine Befunde."
Zusätzlich zu oben genanntem Befund, kam dann auch noch die Diagnose Bandscheibenvorfall C5-6 und C6-7 mit Spinalkanalstenose.
Nun schlafen mir regelmäßig Füße und Hände (vorrangig Ringfinger und kleiner Finger) ein.

Wie unterscheide ich also einen Schub bzw. Begleiterscheinung der MS vom Bandscheibenproblem?

Sollte ich mir womöglich einen anderen Neurologen suchen?

Vielen Dank!

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|16. Aug. 2022

Sehr geehrte Lisa,

Ihre Frage ist nicht einfach zu beantworten, aber es gibt ganz sicher Hinweise für das eine und das andere. Liegt eine cervicale Spinalkanalstenose (CSS) vor, so ist zu prüfen, ob das Rückenmark im mrt mit betroffen ist (Myelopathie). Klinisch tritt bei der CSS eine schleichend zunehmende Symptomatik auf. Bei einem Schub immer einer akute Symptomatik. Zudem wäre es eher unwahrscheinlich, dass genau in der Höhe der CSS eine ms-myelitis auftritt. Ein BSP macht in der Regel einseitige, die CSS querschnittsförmige Symptome. Das Vorgehen Ihres Neurologen halte ich für diskussionswürdig. Nach den Empfehlen der Fachgesellschaften sollte eine prophylaktische Behandlung erfolgen, wenn die Diagnose MS gestellt wurde. Auch eine mrt-Kontrolle würde ich in 6 Monaten machen, um die Dynamik der Erkrankung erfassen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

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