PatientIn „Sven“ | 09. Apr. 2021

Sven, männlich, 25 Jahre alt

Hallo liebes Experten-Team,

ich habe seit einem Jahr MS-typische Symptome (Sehstörungen, Gefühlsstörungen im rechten Bein, eingeschlafene Gliedmaßen in der Nacht, Tremor linker Daumen).

Ich muss dazu sagen, dass ich mich aufgrund einer Somatisierungsstörung in Behandlung befinde und ich auch von mir behaupten würde, dass ich sehr hypochondrisch veranlagt bin.

Nun wurde im März ein MRT von meinem Kopf gemacht. Soweit keine Auffälligkeiten, allerdings wurde eine Läsion gefunden. Hier der Befundtext: „Die einzelne gliäre Läsion paraventrikulär am dorsalen Cella-Media-Abschnitt im Marklager ist unspezifisch.“

Was hat das zu bedeuten? Spricht das für eine MS oder andere neurologische Erkrankungen? Welche weiteren Untersuchungen wären sinnvoll? Was würden Sie mir raten?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

Profilbild des Experten

Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|12. Apr. 2021

Sehr geehrter Sven,

nun, der Begriff unspezifisch meint, dass die Läsion nicht charakteristisch für irgendeine Erkrankung ist. Der Radiologe kann nur die Bilder beschreiben, ohne dass er den Patienten kennt. Der Neurologe muss nun prüfen, welche diagnostisdchen Schritte einzuleiten sind. Dies hängt ab von den klinischen und ggf. den lektrophysiologischen und laborchemischen Befunden. Auch eine Liquoruntersuchung kann im Zweifelsfall folgen. Wir sehen allerdings oft solche unspezifischen Veränderungen, ohne dass diese einen Krankheitswert haben müssen. Oft reicht dann einfach eine Verlaufsuntersuchung in 6 - 12 Monaten aus.
Ihre Sehstörungen lassen sich gut mittels VEP und Augenarzt untersuchen. Die Gefühlsstörungen durch die SEP. Vermutlich würde ich erst dann weitere Tests veranlassen, wenn die Ep´s pathologisch verändert wären.

Mit dreundlichen Grüßen

Die Beiträge werden unverändert übernommen. Es erfolgt keine Prüfung oder Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik oder darin getätigter Aussagen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser Beiträge übernimmt die Merck Healthcare Germany GmbH keine Verantwortung.