PatientIn „Mark“ | 05. Juli 2020

Hallo.

Ich war ja schon öfters hier wegen meiner fluktuierenden sensiblen Missempfindungen, die durch etliche Bildgebungen nicht aufgeklärt werden konnten.

Letzte Woche wurde die Diagnose gestellt: Funktionelle neurologische Störung.

Der Arzt hatte sich leider nicht sehr viel Zeit für mich genommen und mir lediglich empfohlen meine psychischen Belastungen zu reduzieren.

Er hat mir die Störung leider nur sehr knapp erklärt, sodass ich jetzt nicht wirklich darüber informiert bin. Und googlen wollte ich auch nicht, da ein Teil meiner Psychotherapie daraus besteht eben nicht zu googlen. Und außerdem hat mich das ja in der Vergangenheit auch nicht weiter gebracht.

Deshalb wollte ich hier noch ein letztesmal nachfragen, da ich ja jetzt eine Diagnose gestellt bekommen habe.

Der Arzt meinte eine FNS beruhe nicht auf strukturelle Schäden sondern auf Probleme in der Informationsverarbeitung. Desweiteren soll es oft durch Stress ausgelöst werden.

Da ich mit dieser Diagnose relativ (im Vergleich zu MS etc.) zufrieden wäre wollte ich Sie nach Ihrer Zweitmeinung fragen, ob denn meine Symptome überhaupt auf eine FNS zutreffen würden:

-beidseitig, symmetrische Missempfindungen an Händen und Füßen

- manchmal Missempfindungen im Gesicht oder anderswo im Körper

- allererste Erscheinung war in Form von Ganzkörpermissempfindungen

- Missempfinden fluktuieren stark in Intensität (mal da, mal nicht da)

- spontanes Verschwinden der Missempfindungen nach kurzer Zeit

Wie Sie ja bereits wissen wurden diverse andere Krankheiten (Polyneuropathie, MS, etc.) ausgeschlossen.

Hier nochmal grob was untersucht worden ist:
1 MRT HWS, 2 MRT Gehirn, 1 MRT KHBW, Duplex der Adern, mehrere EKGs + Langzeit EKG, mehrere Ultraschalluntersuchungen des Herzens und der Bauchgegend, Nervenmessung, kalorische Spülung.

Alles ohne Befund. Ich stelle hier meine Frage, da der Arzt keine weitere Diagnostik hinzuzog um mir die Diagnose FNS zu stellen und ich daher noch gerne eine Zweitmeinung hätte.

Meinen Sie, die FNS ist vereinbar mit meiner Symptomatik ?

Vielen lieben Dank.

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Deine Frage beantwortet

Carsten Sievers
Neurologe|06. Juli 2020

Hallo Mark,

eine Zweitmeinung im Sinne einer Diagnosestellung ist auf elektronischen Weg nicht möglich, dies geht nur durch eine persönliche Untersuchung und Bewertung der vorliegenden Befunde.

Mit dieser Einschränkung meine ich, das eine funktionelle Störung mit ihren Schilderungen vereinbar ist. Sie ist eindeutig besser zu behandeln als eine MS oder Polyneuropathie.

MfG

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