PatientIn „Franky“ | 26. März 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,
inzwischen gibt es ja einige Informationen zum Coronavirus und MS. [Wegen Nennung Medikamentennames/Wirkstoffes wurde der Inhalt entfernt]
Was ist nun bei einem erniedrigten absoluten Lymphozytenwert von 1090 zu erwarten? Ist man da schon sehr gefährdet und sollte man irgendwie reagieren? Dosis verringern?
Viele Grüße,
Franky

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|26. März 2020

Sehr geehrter Franky,

mit zunehmenden Abfall der Lymphozyten steigt das Risiko von opportunistischen Infektionen (https://de.wikipedia.org/wiki/...). Das sind Infektionen, die im Rahmen einer Immunschwäche auftreten. Zu nennen ist z.B. eine PML = progressive multifokale Leukenzephalopathie, die durch das JC-Virus hervorgerufen wird oder eine Herpes-zoster-Infektion. Von einer Lymphopenie sprechen wir ab Werten von < 1500 Zellen/l. Der Abfall der Lymphozytenwerte ist unter Dimethylfumarat  zu erwarten und liegt in der Regel 30 % unterhalb der Ausgangswerte. Weniger als 500 wurden nur bei < 1 % der Patienten beobachtet. Erst dann sollte man die Behandlung unterbrechen, bis sich die Werte wieder normalisiert haben (nicht bei den von Ihnen genannten Werten). Ca. 9 % hatten Werte zwischen 500 nud 800 Zellen/l. Ein erhöhtes Risiko von schweren Infektionen ist bei Werten über 500 Zellen/l jedoch nicht zu erwarten. Häufigere Kontrollen sollten aber engmaschig durchgeführt werden. Bezogen auf Covid-19 ist eine Aussage schwierig. Die Lymphozyten spielen bei der Abwehr viraler Infektionen eine große Rolle. Schwere Verläufe eine Covid-19-Infektion verliefen mit einer Lymphopenie. Daher würde ich versuchen, wenn die MS stabil verläuft, aktuell die Werte möglichst über 1000 Zellen/l zu halten, ohne das dies wissenschaftlich untermauert ist.

Mit freundlichen Grüßen

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