PatientIn „Neugierig“ | 29. Apr. 2020

Hallo! Ich habe mich mit den Therapiemöglichkeiten beschäftigt und hätte dazu Fragen. Inwieweit kann man beurteilen, welche Therapie welchen Erfolg erzielt? Kann man die Therapien miteinander vergleichen, wenn ja welche Kriterien muss man da in Betracht ziehen? Vielen Dank schon mal für die Antwort! MfG :)

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Carsten Sievers
Neurologe|30. Apr. 2020

Hallo Neugierig,

der "Erfolg" muss definiert werden, z.B. als Wirksamkeit u.a.. Die Wirksamkeit von Therapien wird in Studien nach dem Good clincial practice Protokoll untersucht, maßgeblich sind zuerst sog. Zulassungsstudien der Phase 3, nach der Zulassung durch die Behörden in der Phase 4 wird dies noch einmal in Studien kontrolliert. Es gibt verschiedene validierte Scores, die Zahlen zu vielen Aspekten der Krankheit liefern, definierte Ereignisse werden erfasst. Die Einzelergebnisse werden statistisch ausgewertet. Gängige Zielgrößen zur Wirksamkeit in MS Studien sind die Zahl der Schübe, die Entwicklung neurologischer Defizite, verschiedene MRT-Befunde jeweils über die Zeit u.a.. Sie werden mit den Ergebnissen von mit Placebo oder Vergleichstherapie Behandelten verglichen und zeigen den Wiksamkeitsunterschied als Maßzahl. Eine Zielgröße aller MS-Studien ist die Reduktion der jährlichen Schubrate (engl. ARR), die verglichen werden kann. Der direkte Vergleich dieses Werts aus verschiedenen Studien gibt einen Anhalt, ein Vergleichswert aus anderen Studien hat aber stets auch einen Fehler, u.a weil verschiedene Populationen untersucht wurden. Weitere gängige Vergleichswerte sind die neurologischen Defizite, die Läsionlast und die Hirnschrumpfung im MRT und die NEDA-Werte oder die NNT.

Einige dieser Zielgrößen werden laienverständlichauf den Internetseite der KKNMS (Handbuch) u.a. genannt.

MfG

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