PatientIn „TinA“ | 11. Okt. 2021

Bei meinem Lebensgefährten wurde letzte Woche die Diagnose MS gestellt. Angefangen hat alles vor etwa einem Jahr, wo er sich mit immer wiederkehrenden stechenden Kopfschmerzen in der Klinik vorgestellt hat. Im MRT zeigte sich "alte" Läsionen. Nervenwasser wurde entnommen. Lt. dem Befund "normaler Liquorproteinbefund". Nun hatte er Taubheitsgefühl in den großen Zehen und Schlappheit im Arm - wir nahmen an, ein Bandscheibenvorfall, denn ihm wurde bei einem letzten MRT der Wirbelsäule bereits "prognostiziert", dass es ein mal zu einem Bandscheibenvorfall kommen könnte. Nun neues MRT der Wirbelsäule - angeblich finden sich dort weitere Läsionen- die MRT-Bilder wurden ihm nicht gezeigt.
Im Arztbrief wurde dieses Mal immer im Konjunktiv geschrieben, was für ein Zeichen dafür ist, dass es sich um KEINE gesicherte Diagnose handelt?! Ich habe gelesen, dass der Befund des Nervenwassers eine wichtige Rolle bei der Diagnose von MS spielt? - wie kann mit einem Normalbefund des Nervenwasser dann eine Diagnose gestellt werden? - Meinem Lebensgefährten wurde im Arztgespräch bei der Eröffnung der Diagnose gesagt, dass die Nervenwasseruntersuchung im letzten Jahr schon darauf hindeutete.
Sollte man sich eine zweite Meinung einholen?

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Carsten Sievers
Neurologe|11. Okt. 2021

Hallo TinA,

der geschilderte Liquorbefund kann nur ein Teil des Gesamtliquorbefundes sein, es werden nicht nur die Liquoreiweiße untersucht. Ich schlage vor, den Originalbefund des Krankenhauslabors anzufordern, um zu sehen was alles untersucht wurde (oligoklonale Banden? autochthone IgG-Produktion? u.a.). Ein tatsächlich normaler Gesamtbefund läßt erhebliche Zweifel an einer MS-Diagnose zu.

MfG

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